Siegfried Kirchner kümmert sich um alle Fahrräder in der Familie. »Wir hatten noch nie ein Rad in der Werkstatt.« Sein Wissen will der Rentner aus Reutershagen weitergeben. Er betreut das neuste Projekt der Nordlichtschule in Lichtenhagen: Einmal in der Woche bringt er Schülern im Ehrenamt bei, wie sie ihr Zweirad selbst reparieren können.
Die Idee hatte Schulleiter Nico Müller. Wenn er seine Schülerinnen und Schüler fragt, warum sie nicht öfter mit dem Rad unterwegs sind, kamen Antworten wie diese: Der Vorderreifen ist platt. Die Kette zerrissen. Viele Drahtesel stauben im Keller ein, defekt und nutzlos: »Eine Reparatur in der Werkstatt ist teuer.« Der umtriebige Schulleiter hat aus der Not eine Tugend gemacht. Die Nordlichtschule wurde schon ausgezeichnet für ihre vorbildliche berufliche Orientierung. »Da passt eine Fahrradwerkstatt perfekt.« Er hat den Ortsbeirat und die Jahresköste der Kaufmannschaft zu Rostock begeistert – sie haben die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt. Der ASB ist Kooperationspartner. Noch im vergangenen Jahr wurden zwei Schuppen auf dem Schulhof aufgestellt, ausgestattet mit Werkzeug und Ersatzteilen.
Titel: Ehrenamtlich schrauben Siegfried Kirchner und Henryk Henschke mit Schülern.
Foto: Mathias Rövensthal
Reparaturstationen
Platten? Sattel zu hoch? An folgenden Mobilpunkten, gekennzeichnet durch blaue Infostelen, hat die Hanse- und Universitätsstadt kleine Fahrrad-Reparaturstationen mit Werkzeug eingerichtet: Am Gertrudenplatz, am Klenow Tor, in Lütten Klein Zentrum, am Hannes-Meyer-Platz und am Dierkower Kreuz können Rostocker sich selbst helfen.
Alle Mobilpunkte und ihre Angebote auf:



