Wie hat sich die PIR entwickelt?
»Wir sind im März 2020 mit einem kleinen Team als ambulanter Pflegedienst gestartet – ausgerechnet mit Corona. Heute betreuen wir etwa 240 Pflegekunden in ganz Rostock. Vor vier Jahren haben wir zusätzlich unsere Tagespflege in der Thälmannstraße eröffnet. Von Montag bis Freitag betreut unser Team die Tagesgäste.«
Was sind das für Besucher und wie kann man sich eine Tagespflege vorstellen?
»Zu uns kommen Menschen mit einem Pflegegrad in einer Altersspanne zwischen 60 und 90 Jahren. Einige kommen zwei Mal in der Woche, andere jeden Tag. Wir kochen und essen gemeinsam, spielen Karten, basteln, singen und bewegen uns. Wir unternehmen Ausflüge, organisieren Feste und Spa-Tage. Viel Abwechslung! Es ist schön zu erleben, wie unsere Besucher in der Gemeinschaft wieder aufblühen. Gerade Menschen, die allein leben, genießen den Austausch. Für die pflegenden Angehörigen ist die Tagespflege eine Entlastung – sie haben ein paar Stunden Zeit für andere Dinge.«
Und in der ambulante Pflegedienst, wie läuft es da?
»Pflege und medizinische Versorgung sind nur ein Teil unserer Arbeit. Der andere ist die Alltagsbegleitung, die zunehmend wichtiger wird. Ab Pflegegrad 1 steht jedem Pflegebedürftigen ein monatlicher Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI zu. Den setzen viele Rostocker zur Unterstützung ihres Alltags ein. Unsere Alltagsbegleiter helfen im Haushalt, sie gehen einkaufen, begleiten zu Arztbesuchen. Sie lesen aber auch vor oder spielen Schach. Wenn der Pflegebedarf wächst, haben unsere Alltagsbegleiter das im Blick. Sie haben einen kurzen Draht zu den Kollegen aus der Pflege.«
Was macht die PIR aus?
»Unser Team ist mit 20 Kollegen und Kolleginnen sehr familiär. Die Arbeit ist fordernd, emotional und schwierige Situationen gehören dazu. Umso wichtiger sind Kollegen, die unterstützen und zuhören. Menschlichkeit ist unser größter Wert im Umgang mit Kunden – und auch untereinander. Für unsere gute Pflegequalität gibt es seit Jahren vom Medizinischen Dienst jedes Mal ein »sehr gut«.
Das Thema Pflege kommt oft plötzlich. Was raten Sie Familien?
»Wer Pflege benötigt, oder auch die Angehörigen, kann sich gern an uns wenden und einen Beratungstermin vereinbaren. Unsere Pflegedienstleiterin kommt auf Wunsch auch nach Hause, um sich ein Bild zu machen, was nötig ist. Wir begleiten Rostocker auf dem ganzen Weg, auch bei den bürokratischen Hürden und Anträgen. Pflege ist komplex und daher ist eine gute Aufklärung von Anfang an wichtig.«



