Brunnenwasser ist kein Badewasser. Darum ist Abkühlen im Reliefbrunnen in der Langen Straße eigentlich tabu. Andreas Buck weiß aber, dass an heißen Sommertagen nicht jeder Knirps der Versuchung widerstehen kann. Der Teamleiter der Hausmeister für den Parkraumservice: »Darum achten wir penibel darauf, dass nichts im Becken liegt, an dem man sich verletzen kann.«
Seit Anfang April sprudeln die vier Wasserspeier wieder, täglich zwischen 10 und 20 Uhr.
Die WIRO hat vor 19 Jahren die Patenschaft für den Brunnen übernommen, kümmert sich um Wartung und Kontrolle. Jeden Morgen schaut ein Kollege aus dem Team, ob nix im Wasser schwimmt, keine Glasscherbe oder Kippe auf dem Beckenboden
liegt. Er misst den pH-Wert, kontrolliert, ob das Wasser schmierig ist oder sich verfärbt – und wechselt die 6.000 Liter aus, sobald es Not tut.
Fotos: Mathias Rövensthal
Gut zu wissen:
Der Reliefbrunnen stammt vom Bildhauer Jo Jastram. Er hat die Sandstein-Skulptur 1962 geschaffen. Es war die Zeit des Wiederaufbaus der Langen Straße zur prächtigen Magistrale der
Hansestadt. Der Brunnen »Menschen am Wasser« sollte die Verbindung der Rostocker zum Meer
symbolisieren. Auf vier großen Sandsteinblöcken sind beidseitig alltägliche Szenen zu sehen:
badende Familien, spielende Kinder und Fischerin ihrem Boot. Es macht übrigens Spaß, versteckte
Details zu suchen: ein Häschen in seiner Höhle, Fische oder ein Eichhörnchen.



