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Pinguine im Rostocker Zoo auf Felsen vorm Wasser.

Wissenswertes

So süß! Tierbabys im Rostocker Zoo

Im Zoo geht es zu wie auf der Geburtenstation, es ist Nachwuchszeit. Nicht alle Tierbabys zeigen sich den Besuchern, wir haben hinter die Kulissen geschaut.

Den ersten Nachwuchs des Jahres muss man suchen. Die Echsenbabys sind nur wenige Millimeter lang, zwischen den Blättern und Ästen schwer zu erspähen. Aber Geduld lohnt sich, denn sie tragen ihren bezaubernden Namen nicht umsonst: Himmelblaue Zwergtaggeckos leuchten türkis, grasgrün oder königsblau.

Den ersten Nachwuchs des Jahres muss man suchen. Die Echsenbabys sind nur wenige Millimeter lang, zwischen den Blättern und Ästen schwer zu erspähen. Aber Geduld lohnt sich, denn sie tragen ihren bezaubernden Namen nicht umsonst: Himmelblaue Zwergtaggeckos leuchten türkis, grasgrün oder königsblau.

Obwohl sie schon Anfang Januar geschlüpft sind, machen sie noch ein großes Geheimnis um ihr Geschlecht. Das kann das Aquarium-Team erst bestimmen, wenn die Geckos erwachsen sind. Fakt ist: Männchen gibt es in deutschen Tierparks genügend, Weibchen sind Goldstaub. Aber ohne Damen lässt sich nicht züchten. Der Rostocker Zoo hatte Glück und hat weibliche Tiere ergattert. Das Team weiß inzwischen sogar, wie man Mädchen »macht«. Die Pfleger sammeln die Eier ein, kleiner als ein Tic Tac, und deponieren sie in einem Brutkasten. »Dort ist es kühler als in den Terrarien und das sorgt eher für Mädels«, erklärt Kuratorin Daniela Lahn. Dass es diesmal wieder funktioniert hat, hoffen auch andere Zoos. Sie warten sehnlich auf weiblichen Nachwuchs aus Rostock.

1899 wurde der Rostocker Zoo als Wildgarten eröffnet. Seitdem kamen immer neue Arten dazu, das Gelände wurde erweitert, Unterkünfte gebaut. Etwa 500 Tierarten leben mittlerweile im Zoo. In den vergangenen Jahren wurden beengte Gehege durch großzügige, naturgetreue Anlagen wie das Polarium ersetzt. Früher ging es nur ums Angucken, heute geht es auch um Bildung: Wer Tiere so hautnah erlebt, versteht besser, warum Arten- und Naturschutz wichtig sind, erklärt die Verhaltensbiologin Daniela Lahn. Zoos haben noch eine andere wichtige Aufgabe: Sie züchten, um bedrohte Tierarten vor dem Aussterben zu bewahren. Rostock ist an 70 Erhaltungszuchtprogrammen beteiligt. Unter der Regie eines festgelegten Zoos wird die Zucht aller Exemplare einer Art in Menschenobhut koordiniert. Die Zoos arbeiten dafür europaweit zusammen. Das Ziel: eine genetisch gesunde
und resiliente Reservepopulation. Die Zwergtaggeckos sind ein gutes Beispiel. In der Natur leben sie nur auf wenigen Quadratkilometern, in einem kleinen Tal in Tansania. Weil die Menschen sie wegen ihrer Schönheit einfangen und in Terrarien halten, sind sie vom Aussterben bedroht.

Kuratorin Daniela Lahn und ihre Kollegen vom Rostocker Zoo konnten sich in den vergangenen Wochen mehrfach über Nachwuchs freuen: Auch im Zwergziegen-Gehege
Kuratorin Daniela Lahn und ihre Kollegen konnten sich in den vergangenen Wochen mehrfach über Nachwuchs freuen.

Kuratorin Daniela Lahn und ihre Kollegen konnten sich in den vergangenen Wochen mehrfach über Nachwuchs freuen: Bei den Gürteltieren, wohnhaft in einer WG mit den Weißgesicht-Seidenaffen im Südamerika-Haus, sind Ende Januar zwei Buben geboren. Da sie sich tagsüber in ihre Höhlen verziehen, bekommen Besucher die putzigen Jungen leider kaum zu Gesicht. Mitte des Jahres ziehen sie in andere Zoos um. Auch die drei Pinguin-Küken, geboren Anfang April, machen sich noch rar (Titelfoto). Erst mit etwa zwei Monaten werden sie flügge und lassen sich draußen blicken, sagt Pfleger Max Martin.

Mehr Glück haben Rostocker bei den Huftieren. Im Zwergziegen-Gehege können sie niedliche Zicklein streicheln. Der jüngste Nachwuchs bei den lustigen Lamas ist erst wenige Tage alt, aber
auf seinen staksigen Beinen weicht er der Herde nicht von der Seite. Auch der vier Wochen alte Pferdeantilopen-Junge Hagrid traut sich langsam an die frische Luft. Und die Kamerunschafe haben gleich achtmal Nachwuchs zur Welt gebracht.

Bei den Lamas im Rostocker Zoo gab es im Februar und im April Nachwuchs. Der jüngste Nachwuchs ist bei den lustigen Lamas ist erst wenige Tage alt, aber auf seinen staksigen Beinen weicht er der Herde nicht von der Seite.
Der jüngste Nachwuchs bei den lustigen Lamas ist erst wenige Tage alt.
Der vier Wochen alte Pferdeantilopen-Junge Hagrid mit seinen riesigen Ohren traut sich langsam an die frische Luft.
Der vier Wochen alte Pferdeantilopen-Junge Hagrid traut sich langsam an die frische Luft. Fotos: Mathias Rövensthal

Nicht immer ist die Fortpflanzung so ein Selbstläufer wie bei den Schafen. Die Zwergflusspferde beispielsweise tun sich schwer. Nimba und Onong haben in mehr als zehn Jahren nur ein Baby bekommen, das war 2020. »Es ist kompliziert. Ohne dass wir koordinieren, funktioniert es nicht«, erklärt Daniela Lahn. Die Tierprofis müssen den
Eisprung bestimmen und die beiden – normalerweise leben sie getrennt – unter Aufsicht zusammenführen. »Sonst kann es zu Verletzungen kommen.« Bei den Roten Pandas, den Patentieren der WIRO, drückt das Zoo-Team alle Daumen. Jordan und Pjat leben erst seit Kurzem im selben Gehege, beide sind noch blutjung und unerfahren.
Das Dilemma: Das Weibchen ist nur einmal im Jahr, für wenige Tage, empfängnisbereit. »Die fruchtbaren Tage sind gerade vorbei, aber wir haben nur einen winzigen Funken Hoffnung.« Denn Austragung und Aufzucht bei den Roten Pandas sind eine äußerst sensible Angelegenheit. »Das geht oft erst gut, wenn die Weibchen etwas älter sind.« Aber im nächsten Jahr, schätzt die Kuratorin, stehen die Chancen für ein Panda-Baby gar nicht schlecht.

Mehr Tierbabys auf www.zoo-rostock.de

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