Fotos: Mathias Rövensthal
Auch wenn es »hackt« und die Wellen höher sind als er, kämpft er verbissen um jeden Meter, versucht die Konkurrenz hinter sich zu lassen. Gustaf ist zwölf Jahre alt und hat sich als einer von nur fünf deutschen Opti-Seglern für die Weltmeisterschaft in Marokko qualifiziert.
Gustaf war sechs Jahre alt, als er bei seinem Verein RSC 92 im Stadthafen das erste Mal in einen Opti stieg. Der Name Schimanski verpflichtet in Rostock fast dazu: Gustafs Opa ist ein erfolgreicher Segeltrainer. Sein Vater Tim hat in seiner Jugend eine eigene Segelkarriere hingelegt – genau wie Mama Laura – und arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich als Trainer beim Verein. Auch Gustafs Brüder Emil und Konrad segeln. Schon als Knirps hat Gustaf gelernt, sein Segel aufzubauen. Er kann gegen den Wind kreuzen und sehen, wann er dreht. Er kennt einen Haufen Wettfahrtregeln und verliert auch bei Flaute nicht die Geduld. »Auf dem Wasser kriege ich den Kopf frei und denke nicht an die nächste Klassenarbeit.«
Auch wenn ein Opti gerade mal 2,36 Meter misst und vorne keine Spitze hat, stellt die lütte Segeljolle die größte Bootsklasse der Welt. Fast alle Profisegler haben im Opti angefangen.
Mit spätestens 15 Jahren endet die Karriere im Opti. Was danach kommt? »Auf jeden Fall ein Zweimannboot, 29er oder 420er.« Aber jetzt hat Gustaf erst mal die WM im Kopf. Er hofft auf Leicht- oder Mittelwind. »Für viel Wind bin ich zu leicht, da sind die Größeren im Vorteil.« Aktuell ist Gustaf mit dem deutschen Team schon in der Hafenstadt Tanger, gesegelt wird auf der Straße von Gibraltar. Die WM hat vor wenigen Tagen begonnen. Gustaf wird unter den rund 250 Seglern einer der jüngsten sein. Wenn er am 28. Juni zurückkehrt, so wünscht er sich, hoffentlich mit einer Platzierung in der ersten Hälfte.



