Die »Les Bummms Boys« feiern in diesem Sommer ihren 20. Geburtstag – und haben für jedes Jahr ein privates Konzert vor kleinem Publikum gespielt: in Rostocker Wohnzimmern, Garagen und bei Vereinen. Sänger und Gitarrist Stephan Engelstädter im Gespräch.
Für alle, die euch nicht kennen: Erzähle uns bitte kurz eure Geschichte und wer ihr seid.
»Ganz am Anfang waren nur unser Bassist Sebastian Powilleit und ich. Wobei ich nicht mal richtig Gitarre spielen konnte, ich hatte mir das Spielen auf einem alten Instrument vom Sperrmüll selbst beigebracht. Ich hatte aber großen Bock auf Musik, etwas anderes
wollte ich nicht machen. Zu zweit sind wir als Straßenmusiker losgezogen, bis nach Frankreich und Italien waren wir unterwegs. Dabei habe ich alles über Musik gelernt, was ich brauche. Heute, nach einigen Wechseln, sind wir zu fünft in der Band. Wir haben in unserem Bestehen rund 70 Songs veröffentlicht. Wie ich unsere Musik beschreiben würde? Die passt in keine Schublade. Wir mischen Ska und Reggae mit Balkan-Beat und Punk.«
Wieso schreibt man »Les Bummms Boys« mit drei »m«?
»Ursprünglich nannten wir uns ›Rohkost‹. Weil dieser Bandname schon vergeben war, mussten wir uns kurzfristig einen neuen überlegen. Mir kam spontan ›Bummms Boys‹ in den Kopf. Damit es eleganter klingt, haben wir noch ›Les‹ davorgesetzt. So einfach war´s. Weil wir zu der Zeit zu dritt waren, schreiben wir uns mit drei ›m‹.«
Ihr seid fester Bestandteil der Rostocker Musikszene. Wie sah die vor 20 Jahren aus und was hat sich seitdem verändert?
»Rostock hatte immer eine diverse Musiklandschaft. Viele Genres haben hier ihren Platz. Was sich verändert hat: Früher war das Publikum neugieriger. Die Menschen sind zu Konzerten gekommen, auch wenn sie die Musik vorher nicht kannten. Heute überlegen sie dreimal, bevor sie sich ein Ticket kaufen. Ich wünsche mir wieder mehr kulturinteressierte Menschen.«
Zu eurem 20. Geburtstag habt ihr euch eine besondere Aktion überlegt: für jedes Jahr ein ntimes, kleines Konzert. Die WIRO hat euch dabei unterstützt. Wie ist es bisher gelaufen?
»Wir haben in privaten Wohnzimmern gespielt, in Kleingärten und Garagen, manchmal vor nur 30 Leuten. So nah am Publikum dran zu sein, ohne Lichtshow und große Technik, das ist großartig. Außerdem haben wir bei der Freiwilligen Feuerwehr Groß Klein gespielt, in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität in Reutershagen und bei den FC-Hansa-Frauen. Das waren spannende Erfahrungen, denn da saßen keine treuen Fans, sondern auch Zuhörer, die uns noch gar nicht kannten. Das Eis zu brechen und einen Draht zu finden, ist immer wieder aufregend.«
Das Bandjubiläum ist fast Geschichte, was steht in Zukunft an?
»Aktuell arbeiten wir an unserem sechsten Studioalbum. Der nächste große Termin ist die Releaseparty im Peter-Weiss-Haus am 18. Dezember. Was uns als großes Ziel immer am Herzen liegt: Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass die Gesellschaft wieder mehr zusammenwächst. Darum werden wir auch weiter unseren Mund aufmachen!«



