Anlass fürs Gespräch: Die WIRO bleibt Hauptpartner der beiden Frauenmannschaften vom F.C. Hansa Rostock. Die Zusammenarbeit wird künftig noch enger.
Was können Frauen im Fußball besser als Männer?
»Wir sind vielleicht etwas aufmerksamer für das, was neben dem Platz passiert. Das soziale Miteinander im Team spielt eine große Rolle. Weniger Ellenbogen, mehr Unterstützung.«
Was sagt ihr zu Männern, die Euch Fußballregeln erklären wollen?
»Die sollen sich mal trauen. Aber Spaß beiseite: Warum stehen die noch nicht auf der Trainerseite und engagieren sich, wenn sie so viel Ahnung haben?«
Nach einem Foul steht ihr direkt wieder auf. Männer wäl zen sich mit schmerzverzerrtem Gesicht minutenlang auf dem Rasen. Wie kommt´s?
»Wir sind es gewohnt, dass wir im Sport beweisen müssen, dass wir besonders hart sind. Wenn wir früher gegen Jungs gespielt haben, wollten wir nie als Memme dastehen. Da steht man nach einem Zweikampf eben wieder auf, auch wenn es weh tut.«
Frauen sind im Durchschnitt kleiner und schmaler als Männer. Sind die Tore für euch nicht zu groß?
»Da könnte man genauso gut fragen: Sind die Tore für Männer zu klein?«
Bei den männlichen Fußballprofis gehört es zum guten Ton, dass die Frisur auf dem Spielfeld perfekt sitzt. Seid ihr auch eitel?
»Definitiv. Wenn die Haare nicht sitzen, kann man auch nicht performen.«
Drei Stunden High Heels oder Fußballschuhe mit Stollen – was schmerzt mehr?
»High Heels? Tragen wir eh nicht. Fußballschuhe sind bequem, sehen gut aus und sind bei uns das wichtigste Accessoire.«
Wenn es bei euch richtig zur Sache geht: Fallen da auch mal derbe Sprüche?
»Auf dem Platz wird ausgeteilt – verbal und manchmal auch körperlich. Es wurden auch schon Nackenschellen verteilt. Solange nach dem Spiel alles wieder gut ist, kann es auf dem Platz auch mal härter zugehen. Wie unser Trainer immer so schön sagt: ›Wer gewinnen will, muss auch mal dahin gehen, wo es wehtut.‹«
Was wünscht ihr euch für Frauenfußball in Deutschland?
»Es gibt noch viele Vereine ohne Mädchenmannschaften – oder sie dürfen Anlagen erst nutzen, wenn die Jungs fertig sind. England zeigt, was möglich ist, wenn Frauenfußball professioneller gefördert und entsprechend vermarktet wird. Wenn sich die Bedingungen verbessern, steigt die sportliche Qualität und damit die Aufmerksamkeit. Natürlich müssen auch die Vorurteile verschwinden. Unser Wunsch: Kommt ins Stadion, schaut ein Spiel an und macht euch selbst ein Bild!«
Lisa Sofie Schröder (rechts) und Julia Heinschel räumen mit Vorurteilen auf. Foto: Mathias Rövensthal



