WIRO_aktuell_Juli_2024

Die Mückenfledermaus ist die kleinste heimische Fledermausart. Sie ist rund vier Zentimeter lang und wiegt fünf Gramm, passt locker in eine Streichholzschachtel. Christina Augustin von Ersatz. Bei der Erschließung neuer Baugebiete steht die WIRO vor anderen Herausforderungen. »Baugebiete entstehen oft auf naturnahen Flächen mit einer hohen Biodiversität«, sagt Christina Augustin. Wer Lebensräume von Zauneidechsen, Kammmolchen oder Rotbauchunken besetzt, muss sich revanchieren. So hat die WIRO für das Wohngebiet Kiefernweg in Biestow viele Meter Amphibienzäune gebaut und die neuen Straßen untertunnelt, damit die heimischen Amphibien wie die Knoblauchkröten unversehrt wandern können. Die Wege von Mensch und Fledermaus kreuzen sich selten. Wenn, ist die Skepsis oft groß. »Fledermäuse saugen kein Blut und sind nicht gefährlich«, versichert Expertin Augustin. Im Gegenteil: Die Insektenfresser verputzen in einer Nacht bis zu 4.000 Mücken, fressen Schädlinge und leisten so einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht. Und ja, sie können theoretisch Tollwut übertragen, aber wer den direkten Kontakt vermeidet, braucht sich nicht fürchten. Christina Augustin berührt Fledermäuse in Not nur mit einem Tuch oder Handschuhen. »Das genügt als erste Schutzmaßnahme.« Manchmal kommt es vor, dass eine Fledermaus an lauen Sommerabenden durchs geöffnete Fenster ins Wohnzimmer flattert. Keine Panik! »Das sind Jungtiere, die ihre ersten Flugversuche unternehmen und vom Weg abkommen.« Die Expertin rät: »Meist reicht es schon aus, das Licht auszumachen und die Fenster weit zu öffnen.« Nicht nur Fledermäuse sind gefährdet. Auch andere Wildtiere haben es in der Stadt schwer – so kann jeder Rostocker helfen: VÖGEL leben in der Stadt gefährlich: Sie erkennen Glasscheiben in Fassaden nicht, fliegen dagegen und werden mindestens schwer verletzt. Spezielle Folie oder Aufkleber können das Glas für Vögel sichtbar machen. INSEKTEN, Nahrungsgrundlage vieler Tiere, brauchen wildes Grün. Es hilft schon, wenn der Rasen im Sommer länger wachsen darf. Insektenfreundliche Pflanzen wie Ringelblumen, Zinnien oder Kornblume schmücken auch Balkons. FLEDERMÄUSE freuen sich über nachtblühende Pflanzen wie Leimkraut und Wegwarte. Denn sie locken Mücken und Nachtfalter an. Die meisten AMPHIBIEN, also Frösche, Kröten, Unken und Molche, brauchen feuchte Lebensräume. Aber immer mehr Teiche, Sümpfe und Bäche trocknen aus. Ein Naturteich im Garten kann eine gute Alternative sein. Laub und Totholz bieten Plätze zum Überwintern. IGEL freuen sich im Sommer über ein Schälchen Wasser. Noch wichtiger: Smarte Mähroboter und Rasenkantenschneider sollten nur tagsüber fahren, wenn die Stacheltiere schlafen. Die Technik ist für die nachtaktiven Stachel- tiere lebensgefährlich. Verletzte Fledermäuse oder verlassene Jungtiere gefunden? Der bundesweite Fledermausnotruf des NABU hilft mit Rat und Tat: 030 284984-5000 9 WIRO mittendrin

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