Bodo Keipke vom Stadtarchiv: »Der Universitätsplatz war seit dem Krieg ein großes Provisorium. Baracken ersetzten für lange Zeit die zerbombten Gebäude. Wo heute der Brunnen stand, gab es einen Zeitungskiosk und den Eingang zu einem unterirdischen öffentlichen WC. ›Rostocks einzige U-Bahn-Station‹, haben die Rostocker scherzhaft gesagt. Ende der 60er hat die DDR die Innenstädte ins Visier genommen, sie sollten attraktiver werden. Die Kröpeliner Straße mit dem Universitätsplatz wurde zur Fußgängerzone umgewandelt, Straßenbahn und Autoverkehr verlegt. 1979 öffnete das ›Café Rostock‹ an der Ecke zur Breiten Straße, 1980 der Brunnen der Lebensfreude und sechs Jahre später das Fünfgiebelhaus.« Jo Jastram (li.) und Reinhard Dietrich bei der Arbeit in Kneese. Seit vielen Jahren übernimmt die WIRO die Patenschaft für den Brunnen am Universitätsplatz, trägt einen großen Teil der laufenden Kosten. Pünktlich zum Osterfest dreht das Wohnungsunternehmen gemeinsam mit der Oberbürgermeisterin das Wasser auf und läutet die Brunnensaison ein. Bis Oktober sprudelt es täglich zwischen 10 und 20 Uhr. David Willud von »Wassertechnik Rostock«: »In der Brunnensaison sind wir früh morgens die Ersten auf dem Universitätsplatz. Wir sammeln Dreck und Müll aus dem Becken, kontrollieren die Düsen. Wir steigen zum Check der Filter und Pumpen in die unterirdische Brunnenstube hinab. Die Technik ist 45 Jahre alt, da kann schon mal was kaputtgehen. Wir wechseln regelmäßig das Wasser aus, weil sich gerade im Sommer schnell Keime ausbreiten. Dennoch: Das Wasser hat keine Badewasser- und schon gar keine Trinkwasserqualität. Eltern sollten ihre Kinder gut beaufsichtigen. Auch wenn wir täglich reinigen: Beim Betreten des Brunnens muss man sich vor Glasscherben und rutschigen Stellen in Acht nehmen.« »Wildschwein« von Reinhard Dietrich »Fische« von Jo Jastram »Schwanenpaar« von Reinhard Dietrich Wissenswertes 5
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