Elektromonteur Michel Walleck mit einem Transponder. FOTO: MATHIAS RÖVENSTAHL Welcher Fall ging Ihnen besonders nah? »Ich habe in meiner Zeit beim Weißen Ring Dinge gehört, von denen ich nie dachte, dass es sie gibt. Bei der Hälfte der Sexualdelikte sind Kinder im Spiel, sogar Kleinkinder. Diese Fälle erschüttern mich jedes Mal aufs Neue.« Wie finden die Opfer zu Ihnen? »Oft wenden sich Verwandte und Freunde an uns und vermitteln einen Kontakt. Wir bekommen auch Hinweise von der Polizei. Ein Opfer hat Anzeige erstattet und die Beamten merken, dass weitergehende Unterstützung nötig ist. Im ersten Telefonat verabreden wir ein persönliches Treffen. Das kann zu Hause bei demjenigen sein oder an einem neutralen Ort. Wir sind immer zu zweit unterwegs.« Wie wird man Opferberater? »Ehrenamtler müssen erstmal eine Ausbildung an der Akademie des Weißen Rings absolvieren und bei erfahrenen Beratern hospitieren. Auch danach sind regelmäßige Schulungen und Weiterbildungen verpflichtend. Das Ehrenamt ist nicht für jeden das Richtige. Die wichtigste Voraussetzung ist Empathie – nicht Mitleid! Die Opfer brauchen niemanden, der mit ihnen weint, sondern Menschen, die ihnen helfen. Die Arbeit als Opferberater kann belastend sein, darum treffen wir uns einmal im Monat im Team und besprechen die Fälle. Unsere Ehrenamtler kommen aus allen Berufs- und Altersgruppen. Wir haben Studenten und Senioren, Polizisten und Handwerker.« Weißer Ring, Außenstelle Rostock und Landkreis: 0151/55164629 rostock@mail.weisser-ring.de Opfer-Telefon: 116 006 bundesweit, kostenfrei, täglich 7 – 22 Uhr www.weisser-ring.de Das ist smart: Einige WIRO-Mieter können ihre Haustür neuerdings übers Handy öffnen. Egal wo sie sind. Die WIRO-Elektriker haben acht Häuser in der Südstadt und Lütten Klein mit einem neuen, digitalen Zugangssystem ausgestattet. »Viele Mieter waren begeistert von der modernen Technik und haben die App gleich installiert«, erzählt Elektromeister Andre Meyer. Ein paar waren skeptisch, die konnte der Profi beruhigen: »Die Technik ist sicher, hat die höchste Verschlüsselungsstufe.« Und: Die App ist kein Muss, die Mieter kommen auch mit einem Transponder rein. Selbst mit dem guten alten Schlüssel lässt sich die Haustür weiterhin öffnen. Mit digitalen Schließsystemen hat die WIRO Erfahrung. Rund 3.000 Mieter öffnen ihre Haustür längst ohne Schlüssel. Sie halten ihren Chip ans Lesegerät neben der Tür, die öffnet sich wie von Zauberhand. Derselbe Transponder funktioniert auch für Keller, Fahrrad- und Trockenräume. »Jeder Transponder wird individuell programmiert, so dass er zu den richtigen Türen Zugang gewährt.« Der große Vorteil: Früher war es ein kleines Drama, wenn ein Mieter seinen Haustürschlüssel verloren hat. Manchmal musste das ganze Schloss ausgewechselt werden. Bei einer digitalen Schließanlage reicht ein Anruf im KundenCenter, mit ein paar Klicks am PC wird der verloren gegangene Transponder gesperrt. Die Schließanlagen in den acht Häusern in der Sassnitzer Straße und in der Lomonossowstraße setzen noch eins drauf. Der Transponder hat eine Weitbereichsfunktion, die Tür öffnet von selbst, wenn sich der Mieter nähert. »Praktisch, wenn Mieter mit Einkäufen beladen oder mit dem Rollator unterwegs sind.« Mit der Smartphone-App des Herstellers Kiwi können Mieter ihre Haustür sogar von überall öffnen. »Wenn beispielsweise ein Familienmitglied seinen Chip vergessen hat und vor verschlossener Türe steht.« Ein Jahr dauert das Pilotprojekt mit dem neuen System. »Die Mieter müssen ihre Erfahrungen sammeln und auch wir bei der WIRO«, sagt Andre Meyer. 2026 entscheidet das Wohnungsunternehmen, ob weitere Häuser umgerüstet werden. Übrigens: Wohnungstüren stattet die WIRO nicht aus, sie sind weiterhin Mietersache. SMART Wohnen + Leben 7
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