Nicht nur für Prinzessinnen Cindy Wrobel ist ihr schönstes Aushängeschild. Ihre goldblonden, dicken Haare reichen ihr bis zur Taille. »Cinderella Hair« kann jede haben, sie weiß es am allerbesten. Ein Steckenpferd der sympathischen Friseurmeisterin: Sie näht Tressen aus Echthaar ins Haar ihrer Kundinnen ein und zaubert ihnen eine dichte, lange Mähne. Seit 25 Jahren schneidet, strähnt und föhnt Cindy Wrobel mit Leib und Seele. Als vor drei Jahren der Salon in der Wokrenter Straße zum Verkauf stand, hat sie nicht lang gefackelt und wurde ihre eigene Chefin. Sie kümmert sich um ihre Stammkundinnen und -kunden, um Bestellungen, die Buchhaltung. 12-Stunden-Tage im Salon sind keine Seltenheit für die Unternehmerin und alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Das ist manchmal anstrengend, aber macht sie glücklich. »Ich würde es immer wieder genauso machen.« Ihr geht das Herz auf, wenn die Frauen nach Hause gehen und sich schöner fühlen. Cindy Wrobel kann nicht nur gut mit Haaren, sondern auch mit den Menschen. Für viele Kundinnen ist sie längst eine Freundin. »Ich weiß manche Dinge eher als der eigene Ehemann«, erzählt sie augenzwinkernd. Mal wird geweint, aber viel mehr gelacht. »Und wenn es sein muss, stelle ich mich auch um 22 Uhr an den Frisierstuhl.« »Cinderella Hair« | Wokrenter Straße 34 | 0381 3375 3275 | www.cinderella-hair.de Ihr Beruf ist ihre Berufung: Andrea Krautz wusste schon früh, was sie wollte. Das Maß der Dinge Als Andrea Krautz in der Schule ihre Top-3-Berufswünsche aufschreiben sollte, stand auf ihrem Zettel dreimal dasselbe: Friseurin. »Für mich gab’s keine Alternative. Ich habe schon damals meinen Freundinnen die Haare geschnitten.« Andrea Krautz wollte nie Schema F. »Für mich hat der Beruf viel mit Kreativität und Intuition zu tun.« In ihrem ersten Lehrjahr bei der »PGH Elegant«, noch zu DDR-Zeiten, wurde sie für ihren Freigeist belächelt. Sie blieb unbeirrt. Nach der Ausbildung machte sie ihren Meister. Mit Mitte 20 übernahm sie ihr erstes Geschäft. 2005 hat sie, noch unter ihrem Mädchennamen, den 300-Quadradratmeter-Salon »Andrea Pagels Intercoiffure« in der Pädagogienstraße eröffnet. Auf zwei Etagen ist Platz für ihr 14-köpfiges Team, für großzügige Frisierplätze und edle Beratungsinseln. Trends sind für die Friseurmeisterin nicht das Maß der Dinge. »Viel wichtiger ist: Was passt zum Typ? Zur Haarstruktur, zur Körperform und zum Gesicht?« Jetzt hat sie noch einen Abschluss zum Style-Coach gemacht, demnächst berät die Chefin nicht nur haartechnisch, sondern von Fuß bis Kopf, von Beinkleid bis Brillengestell. Stillstand ist Andrea Krautz ein Graus. »Ich will ständig dazulernen.« Und sie gibt ihr Wissen gern weiter: 40 Azubis hat sie in den Jahren ausgebildet. Die Verwirklichung eines Traums gibt’s nicht geschenkt. Andrea Krautz hat gekämpft wie eine Löwin. Der hohe Kredit für die Einrichtung musste abbezahlt werden. Corona hat ihr schlaflose Nächte beschert. Und die Entwicklungen in ihrer Branche stimmen sie nachdenklich: Der Friseurberuf ist für immer weniger Mädchen der Traumberuf. Dafür öffnen ständig neue Barbershops. Löhne, die Preise für Versicherungen und Materialien steigen, Kunden müssen für einen Friseurbesuch immer tiefer in die Tasche greifen. Trotz allem: Sie hat den besten Beruf der Welt, findet sie: »Wir tun den Menschen sehr gut. Das ist gerade in der heutigen Zeit so viel wert!« »Andrea Pagels Intercoiffure« | Pädagogienstraße 19-20 | 0381 448462 | www.andreapagels.de Ein Termin bei Cindy Wrobel ist so unterhaltsam wie ein Mädelsabend. Wohnen + Leben 5
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