FOTOS: MATHIAS RÖVENSTHAL Andrea Kanter, Thomas Gorzelak, Katrin Bechmann (v.l.), Rostocker Tafel, Schule am Schwanenteich: Das Ehrenamtler-Team um Katrin Bechmann hat Freude am Kochen – und die Jungen und Mädchen in Reutershagen haben Glück. An drei Tagen in der Woche wird rund 65 Kindern ein Frühstück vom Feinsten serviert, mit selbstgemachtem Eiersalat, Sandwiches und gesundem Kräuterquark. Manchmal gibt’s sogar Eierkuchen und zu Weihnachten ausnahmsweise Mutzen. Dafür kommen das restliche Jahr über jede Menge gesunde Vitamine auf den Tisch, mehrere Sorten Obst und Gemüse täglich. Ein leerer Magen studiert nicht gern. Trotzdem kommen viele Rostocker Schüler ohne Frühstück in die Schule. Damit sie nicht mit knurrendem Bauch im Unterricht sitzen, sorgen fünf Rostocker Vereine an neun Schulen für ein gesundes Frühstück. Allein im vergangenen Jahr haben die Ehrenamtler 110.000 Portionen zubereitet. Die WIRO unterstützt die Vereine, gemeinsam mit der OSPA und den Rostocker Stadtwerken, seit 14 Jahren. Vor wenigen Tagen haben die drei Unternehmen als Dankeschön für alle Helfer einen Empfang in der Stadthalle ausgerichtet. Tina Mentzel, DRK, »Grundschule an den Weiden«: »Das Konzept unseres Schulfrühstücks: An einem festen Tag frühstücken alle Kinder einer Klassenstufe miteinander, jede Woche eine andere. Dabei geht es um Gemeinschaft und natürlich ums gesunde Essen. Die Kinder der vierten Klasse machen sogar einen Ernährungsführerschein. Mein Kind geht auf die Schule, seit dem letzten Herbst unterstütze ich bei der Zubereitung des Frühstücks. Auch die Kinder helfen mit.« Andrea Wehmer, Rostocks Kinder-, Jugend- und Familienkoordinatorin: »Auch wenn man sich das schwer vorstellen kann: Es gibt in Rostock immer mehr Kinder, die Hunger haben. Warum Eltern ihr Kind ohne Schulbrot losschicken? Das hat vielfältige Gründe und kommt in allen gesellschaftlichen Gruppen vor. Wenn Kinder nichts im Bauch haben, können sie dem Unterricht nicht aufmerksam folgen. Sie können keine guten Leistungen bringen. Das kostenlose Frühstück ist ganz wichtig, denn es schafft gleiche Teilhabechancen für alle Kinder.« Bärbel Weißschnur, Wohltat e.V., Grundschule »Ostseekinder« in Dierkow: »Seit 16 Jahren komme ich an zwei bis drei Tagen in der Woche um 7 Uhr morgens in die Grundschulküche. Zu zweit schmieren wir bis zur Frühstückspause Stullen, schneiden Obst und Gemüse für etwa 70 Kinder. Das muss lecker aussehen, schließlich isst das Auge mit. Wenn die Kinder sich freuen, macht mich das glücklich.« Danke! 6 Wissenswertes
RkJQdWJsaXNoZXIy NTI3Ng==