Gründung des Vereins Rostocker Ruder-Club (RRC) Rostocker Ruder-Club (RRC): Einweihung des Bootshauses am Gehlsdorfer Ufer Rückkehr zum historischen Namen »Rostocker RuderClub von 1885« Eingliederung als Sektion Rudern in die BSG »Motor« Rostock An und auf der Warnow: Der Olympische Ruderclub Rostock und der Rostocker Ruder-Club prägen seit Jahrzehnten Generationen. Sie haben sogar Lebensläufe umgeschrieben. Sven Nagel (links) und Ronald Förster in der RRC-Bootshalle am Gehlsdorfer Ufer. 1885 1914 DDR 1992 in paar Hundert Meter weiter nördlich, am Gehlsdorfer Ufer beim Rostocker RuderClub (RRC), schaut Sven Nagel auf die Warnow. Zwei-Meter-Mann, breites Kreuz, verschmitztes Lachen. Auch für den 56-Jährigen spielt das Rudern eine Hauptrolle im Leben. Der Rostocker kam erst mit 17 Jahren zum Sport, nach einer turbulenten Kindheit fand er in dem Wassersport seine Mitte. »Für Leistungssport war es bei mir leider zu spät.« Normalerweise beginnen Kinder mit etwa zehn Jahren mit dem Training. Wenn sich nach ein paar Jahren zeigt, dass Begeisterung, Talent und Körpergröße passen, werden sie zum ORC nach Kessin delegiert und dort leistungssportlich gefördert. So wie RRC-Schützling Oliver Holtz, er wurde kürzlich U23-Vizeweltmeister im Einer. Im Verein sind Medaillen aber nicht das Maß der Dinge, erklärt Sven Nagel, seit einem Jahr Vorsitzender. Das war schon vor 141 Jahren so, als ein paar Rostocker Herren den Rostocker Ruderclub gründeten. »Damals war Rudern noch ein Sport für die ›Oberen‹, es ging um Sehen und Gesehenwerden«, erklärt Ronald Förster, 2. Vorsitzender. Zu DDR-Zeiten waren die Gehlsdorfer als Sektion der BSG »Motor« Rostock dann auf Leistung getrimmt, als Kaderschmiede für den ASK. »Nach der Wende haben wir unseren Schwerpunkt wieder auf den Breitensport gelegt.« Die Mitglieder sind zwischen 8 und 85 Jahren, das Vereinsleben ist rege. »Viele Ehepaare haben sich hier kennengelernt«, erzählt Sven Nagel schmunzelnd. Ein großes Thema ist, wie in vielen Vereinen: das liebe Geld. Seine aufstrebenden Talente unterstützt der RRC, wo er kann. Ruderrennboote aus Carbon, vom Einer bis zum Achter, sind teuer. Aber auch die anderen Vereinsmitglieder, die Freizeitsportler, sollen nicht zu kurz kommen. Zum Verein gehören ein moderner Kraftraum mit Ruderergometern und eine Halle voller Boote. Nur: Manche sind schon so alt, dass sie gar nicht mehr wassertauglich sind. Demnächst bekommt der Verein ein neues Flaggschiff. Der Achter ist bereits im Bau. 19 Meter lang, 130 Kilo leicht, eine Mischung zwischen Renn- und Wanderruderboot. »Auf dem können auch unsere älteren Mitglieder ihre geliebten Touren unternehmen.« Den Kaufpreis kann der Verein nicht allein stemmen. Neben anderen Sponsoren unterstützt auch die WIRO die Anschaffung. E Rostocker Ruder-Club Wellenweg 1 www.rrc85.de 9 Wohnen + Leben FOTOS: MATHIAS RÖVENSTHAL
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