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Vier Ameisen fressen an einer HonigwabeKI

Wohnen + Leben

Krabbeltierchen: Wie werde ich die wieder los?

Keiner will sie, aber jeder hatte schon mal welche: Ameisen, Fruchtfliegen, Silberfische. Besonders im Sommer machen sich die Insekten in Wohnungen breit.

Da kreisen die Gedanken panisch um die eine Frage: Wie werde ich die schnell wieder los? Doktor Sören Möller, Biologe am Zoologischen Institut der Rostocker Universität, plädiert für etwas mehr Gelassenheit. »Viele Tierchen, die uns im Sommer vielleicht auch im Haus begegnen, sind keine ›Schädlinge‹, sondern Teil unserer normalen Umwelt.« Sie quartieren sich bei uns ein, weil sie Schutz oder Nahrung suchen. »Meistens sind sie völlig harmlos.« Er weiß, wie man sich unliebsame Insekten vom Hals hält, ohne gleich die Chemiekeule zu schwingen.

AMEISEN

sind extrem emsig und sie haben Bärenkräfte. Weil sie viel Energie brauchen, am besten in Form von Zucker, kommen sie ins Haus. Sobald eine Späherin Süßes findet, einen Klecks Marmelade oder ein Schälchen Zucker, legt sie eine Duftspur für die anderen – eine »Zuckerstraße« ist eröffnet.

  1. Zuckerentzug: Verschließen Sie alle süßen Lebensmittel in luftdichten Behältern. Krümel immer gleich wegwischen. Biomüll täglich entsorgen.
  2. Duftbarrieren: Wischen Sie den Weg der Ameisen gründlich mit Essigwasser, dann ist die Duftspur unterbrochen. Auch der Geruch von Zimt, Lavendel oder Zitrone stört den Orientierungssinn und lässt die Ameisen umkehren.
  3. Rabiat: Ein verbreiteter Rat lautet, Backpulver auf die Ameisenstraße zu streuen. Was nicht jeder weiß: Wenn die Ameisen das Pulver fressen, sterben sie qualvoll, sie platzen. Es geht auch sanfter.
SILBERFISCHE

sind harmlos. Sie fressen sogar eklige Hausstaubmilben weg. Problematisch wird’s bei starkem Befall, dann tun sie sich mitunter an Tapeten und Büchern gütlich. Silberfische lieben es warm und feucht, darum fühlen sie sich in Bad und Küche wohl.

  1. Lüften: Tägliches Stoßlüften senkt die Luftfeuchtigkeit. Dann wird’s ungemütlich für die Silberfische.
  2. Abfluss spülen: Silberfische ernähren sich von Haaren und Hautschuppen, in Abflüssen werden sie fündig. Wenn Mieter diese regelmäßig reinigen und mit heißem Wasser spülen, finden die Krabbler nix mehr.
  3. Hausmittel-Falle: Eine aufgeschnittene rohe Kartoffel zieht Silberfische magisch an, wegen der Stärke gilt sie als großer Leckerbissen. Morgens können Sie die Kartoffel mitsamt den Tieren darin im Biomüll entsorgen oder nach draußen schaffen.
  4. Warnsignal: Silberfische ernähren sich unter anderem von Schimmelpilzen. Ein massiver Befall kann auf ein Feuchtigkeitsproblem in der Wohnung hindeuten.
MÜCKEN

nerven immer, am meisten nachts. Ins Haus kommen sie übrigens nicht, weil das Licht sie anzieht. Das ist ein Irrtum, der sich hartnäckig hält. Mücken werden von Körperwärme und Atemluft angelockt.

  1. Auf Nummer sicher: Ein Fliegengitter am Fenster und an der Balkontür ist die einzige Methode, die zu 100 % wirkt.
  2. Geruchsempfindlich: Mücken mögen bestimmte Gerüche nicht. Tomatenpflanzen, Lavendel oder Duftgeranien auf dem Balkon schrecken sie ab, ätherische Öle auf einem Tuch ebenso. Auch eine halbe Zitrone, gespickt mit Nelken, auf dem Nachttisch soll helfen.
  3. Kein Brutplatz: Mücken legen ihre Eier im stehenden Wasser ab. Leeren Sie Topf-Untersetzer nach dem Gießen. Blumenwasser alle zwei Tage wechseln.
Eine Mücke sitzt auf einer Hand, die ein Buch hältKI
Mücken nerven … Fotos: KI
LEBENSMITTELMOTTEN

bemerkt man zuerst an ihren Hinterlassenschaften: an den feinen Gespinsten in Mehl, Müsli oder Nüssen. Dann lauern wahrscheinlich schon hunderte Larven im Vorratsschrank. Die sind die schlimmsten Übeltäter: Sie nagen sich mit ihrem kräftigen Kauwerkzeug sogar durch Plastiktüten.

  1. In die Box: Lagern Sie Vorräte konsequent in fest verschließbaren Behältern. Optimal sind Schraubgläser oder Boxen mit einer echten Gummidichtung.
  2. Lorbeerblätter, oder genauer den Geruch, mögen Motten nicht. Legen Sie zur Vorbeugung ein paar Blätter in den Vorratsschrank.
  3. Befall? Dann hilft nur: alles entsorgen. Auch offene Packungen in der Nähe, Kräuter inklusive. Ungeöffnete Mehl- oder Müslitüten genau inspizieren. Wischen Sie die Schränke mit heißem Essigwasser aus. Wichtig: Föhnen Sie die Fugen und die kleinen Löcher in den Regalböden auf der heißesten Stufe aus, denn dort werden oft die Eier abgelegt.
FRUCHTFLIEGEN

haben jetzt Hochsaison. Was die winzigen Fliegen besonders lästig macht: Sie sind Fortpflanzungsweltmeister. Ein Weibchen legt bis zu 500 Eier. Deshalb kommt es uns so vor, als würde aus einer einzigen Fliege über Nacht ein ganzer Schwarm.

  1. Vorbeugen: Oft schleppt man die Eier unbemerkt mit dem Supermarkt-Obst zu Hause ein. Darum: Festes Obst gleich unter fließendem Wasser abspülen. Auch ein kurzes Essig-Bad löst die Eier von der Schale.
  2. Empfindliches Obst: lagert man im Sommer am besten unter einer engmaschigen Abdeckhaube oder im Kühlschrank. Bei kalten Temperaturen schlüpfen nämlich keine Larven.
  3. Biomüll: Fruchtfliegen lieben alles, was gärt und leicht faulig ist. Darum bewahren Sie Biomüll mit Deckel auf. Täglich leeren und Eimer auswischen.
  4. Falle Marke Eigenbau: Ein Schälchen mit etwas Essig, einem Schluck Saft und einem Spritzer Spüli, aufgestellt neben dem Obstkorb, wirkt garantiert.

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Grafik - empfangene E-Mail, Hand hält ein Mobiltelefon mit einem Icon, dass eingegangene E-Mails anzeigt

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