Staus und Schienenersatzverkehr: Die Gleisbauarbeiten am Werftdreieck haben in diesem Sommer viele Rostocker genervt. »Aber es führte kein Weg daran vorbei«, erklärt WIROProjektleiter Hannes Wilcke, »die Verlegung der Gleise war ein wichtiger Baustein für die Entwicklung des neuen Werftdreiecks.« So wird Platz geschaffen für die künftigen Abbiegespuren ins Quartier.
Fotos: Mathias Rövensthal
Nach Jahren, in denen vor allem hinter den Kulissen geplant und entwickelt wurde, kann nun jeder sehen, wie es vorangeht. Auf dem ersten Baufeld, zwischen Max-Eyth-Straße und den S-Bahn-Gleisen, türmen sich seit Ende August die Erdhaufen (Titelfoto). »Wir bauen aktuell die Planstraßen E und G, sie sichern die äußere Erschließung unseres ersten Bauabschnitts.« Ein Bagger frisst sich 2,50 Meter tief in die Erde und baggert die Straßentrasse frei. In den nächsten Monaten werden hier Schmutz- und Trinkwasserkanäle verlegt, darüber Leitungen für Strom, Glasfaser und weitere Versorger. Auf den oberen 80 Zentimetern folgt der Straßenaufbau mit Kies und Sand als Frostschutzschicht, Schotter für die Tragfähigkeit und Asphalt als Abschluss.
Bis zum nächsten Sommer dauern die Arbeiten für 250 Meter Straße. Ein zeitlicher Puffer ist für Überraschungen eingeplant: »Wir wissen nicht genau, was uns im Boden erwartet«, erklärt Hannes Wilcke. Die Fläche lag nicht immer so brach wie in den vergangenen Jahren. Eine Margarinefabrik gab’s hier vor mehr als 100 Jahren, später Produktionshallen der Heinkelwerke, nach dem Krieg Baracken und die Berufsschule von Schiffselektronik. Da der Boden kontaminiert ist, lässt die WIRO regelmäßig Proben von einem Labor untersuchen. »Und wir rechnen natürlich mit Resten von den abgerissenen Gebäuden.« Gleich auf den ersten Metern ist der Bagger auf ein altes Streifenfundament gestoßen. »Wir entscheiden
dann immer von Fall zu Fall, wie wir damit umgehen.«
Im Sommer ’27 sollen die beiden ersten Planstraßen fertig sein. Wenn dann die Investitionsentscheidung gefallen ist, folgen die innere Erschließung und der Hochbau: 166 Wohnungen, ein Parkhaus neben der S-Bahn-Trasse und ein Bürogebäude zur Lübecker Straße sollen auf dem ersten Baufeld entstehen. Insgesamt plant die WIRO auf dem Werftdreieck 700 neue Wohnungen. Auf dem Weg dahin, damit das Quartier gut angeschlossen und erreichbar ist, werden ab 2028 die Werftstraße und ab 2031 die Lübecker Straße umgebaut.



