WIRO_Mai_2026

Eine WIRO-Wohnung in der Langen Straße ist wie ein Sechser im Lotto, die Wartelisten sind lang. Kein Wunder: Die Architektur ist einmalig, die Lange Straße war eines der ambitioniertesten Bauvorhaben der jungen DDR. Vor mehr als 70 Jahren wurden die »Paläste des Volkes« entworfen: mit Säulen und Türmchen, Mustern und Ornamenten in den Fassaden. Auch deswegen steht die Lange Straße unter Denkmalschutz. Aber: Die Fassaden sind in die Jahre gekommen. Vereinzelt lockern sich Klinker, Putz platzt ab. »Jedes Jahr nach dem Winter lassen wir die Fassaden kontrollieren, denn Frost und Wasser verursachen oft neue Schäden. Damit kommen wir unserer Verkehrssicherungspflicht nach«, erklärt KundenCenter-Leiter René Wigger. Normalerweise ist so eine Begutachtung eine komplizierte und teure Angelegenheit: Mit Hubsteigern fahren Fachleute die Fassade ab, inspizieren, klopfen ab, fotografieren. Es geht auch einfacher: mit Drohnen. Vor wenigen Tagen hat die WIRO die Technik zum ersten Mal getestet. Die Firma »Baltic Drone Service« aus Dummerstorf hat die Fassaden der Langen Straße 32 und 33 mit ihren unbemannten Flugsystemen untersucht. André Soppart, Teamleiter der Wohnungswirtschaft Technik: »Die Drohne erreicht mühelos Firste, Traufen und Vorsprünge, also Stellen, die für Menschen schwer zugänglich sind.« Die Aufnahmen und Messdaten – Fotos, Videos, Infrarot-Analysen – wertet eine spezielle KI aus. »Sie ist darauf trainiert, kleinste Auffälligkeiten zu erkennen, wie Ausbeulungen, feine Risse, Wasserlaufspuren.« Die Künstliche Intelligenz listet Schäden und Gefahrenstellen auf, gibt sogar Handlungsempfehlungen. Die WIRO wertet den Testlauf nun aus. »Wir wollen wissen: Wie hoch ist die Trefferquote? Kann das Verfahren unsere Arbeit erleichtern und die Kosten senken?«, erklärt René Wigger. Die Ergebnisse fließen in die Planung für die Fassadensanierung der Hausnummern 32 und 33 im nächsten Jahr ein. »Wenn das Verfahren hält, was wir uns versprechen, kommt es in Zukunft öfter zum Einsatz.« Die Mieter brauchen sich übrigens nicht zu sorgen, dass plötzlich Drohnen vor ihrem Fenster auftauchen. Die Einsätze werden rechtzeitig angekündigt. »Die Anforderungen an den Datenschutz sind hoch«, erklärt André Soppart. »Es ist immer ein Fachmann dabei, der die Drohne lenkt und die öffentlichen Bereiche absperrt, die sie überfliegt.« Eine Drohne summte vor ein paar Tagen durch die Lange Straße. Sie sollte Schäden an den WIRO-Fassaden aufspüren. Die Technik könnte in Zukunft öfter zum Einsatz kommen. FÜR ALTE FASSADEN NEUE TECHNIK FOTOS: MATHIAS RÖVENSTHAL Benjamin Konias von »Baltic Drone Service« 6 Wissenswertes

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