Sein Hobby ist für ihn der perfekte Ausgleich zum Job. »Die Ruhe, die Natur, das holt mich runter.« Oft steht der Rostocker einfach in seinem Garten und schaut den Bienen zu. »Bis zu 40.000 Bienen leben in einem Volk. Wie die untereinander kommunizieren und harmonieren, sich die Arbeit aufteilen, das beeindruckt mich immer wieder.« Aktuell gibt es besonders viel zu sehen. Die Tage sind warm, Löwenzahn und Obstbäume blühen, die Bienen fliegen wieder aus und Jungtiere schlüpfen. Der Imker muss seine Völker gut im Blick behalten. »Wenn es im Bienenstock zu eng wird, teilt sich das Volk. Ein Teil schwärmt aus und sucht sich ein neues Zuhause.« Ausgebüxte Völker wieder einzufangen, ist hohe Imkerschule. Imker wird man nicht einfach so. Matthias Kröppelien hat vor fünf Jahren einen erfahrenen Imkerpaten gefunden, der hat ihm alles beigebracht. Bis heute treffen sich die beiden regelmäßig. Matthias Kröppelien weiß mittlerweile, woran er Varroamilben erkennt, den größten Feind der Honigbiene. Er weiß, ob die Königin genügend Eier legt und wann er den Honig ernten kann. Der Rostocker öffnet die hintere Wand von einem Bienenkasten – der stammt übrigens aus DDR-Zeiten, er hat ihn gebraucht gekauft. Die künstliche Nisthöhle wird im Fachjargon Beute genannt. Darin summt und krabbelt es, vor lauter Bienen sieht man die Holzrahmen kaum, in denen die Tierchen ihre Waben bauen. Wo Bienen Blüten bestäuben, gedeihen mehr Kirschen, größere Äpfel, gesündere Birnen. Darum stehen weitere fünf Völker von Matthias Kröppelien in einer Kleingartenanlage. Das steigert die Ernte der Schrebergärtner – und die Honigausbeute des Imkers. Zweimal im Jahr sammelt und schleudert er, im Frühjahr und im Spätsommer. Da kommen bei neun Völkern etliche Kilo Honig zusammen. Was die Familie nicht selbst isst, können alle anderen Rostocker erwerben: An den Total-Tankstellen in der Rövershäger Chaussee (bei Grönfingers) und am Warnowufer 53. Für die Seele und fürs Brot Matthias Kröppeliens kleiner Sohn liebt Honig, auf sein Brot kommt nix anderes. Weil sich ein Honigglas nach dem anderen leerte, flachste der Papa vor ein paar Jahren: »Bevor du uns die Haare vom Kopf isst, muss ich selbst imkern.« Heute stehen vier Bienenvölker auf dem Grundstück hinterm Haus. Der Familien-Honigbedarf ist damit mehr als gedeckt, erklärt der 40-Jährige lachend. Matthias Kröppelien hat keine Angst vor Bienenstichen. Die Tiere bleiben friedlich, sagt er, solange man sich ruhig und rücksichtsvoll verhält. FOTOS: MATHIAS RÖVENSTHAL 7 Wohnen + Leben
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