WIE WERDE ICH DIE WIEDER LOS? AMEISEN sind extrem emsig und sie haben Bärenkräfte. Weil sie viel Energie brauchen, am besten in Form von Zucker, kommen sie ins Haus. Sobald eine Späherin Süßes findet, einen Klecks Marmelade oder ein Schälchen Zucker, legt sie eine Duftspur für die anderen – eine »Zuckerstraße« ist eröffnet. Zuckerentzug: Verschließen Sie alle süßen Lebensmittel in luftdichten Behältern. Krümel immer gleich wegwischen. Biomüll täglich entsorgen. Duftbarrieren: Wischen Sie den Weg der Ameisen gründlich mit Essigwasser, dann ist die Duftspur unterbrochen. Auch der Geruch von Zimt, Lavendel oder Zitrone stört den Orientierungssinn und lässt die Ameisen umkehren. Rabiat: Ein verbreiteter Rat lautet, Backpulver auf die Ameisenstraße zu streuen. Was nicht jeder weiß: Wenn die Ameisen das Pulver fressen, sterben sie qualvoll, sie platzen. Es geht auch sanfter. SILBERFISCHE sind harmlos. Sie fressen sogar eklige Hausstaubmilben weg. Problematisch wird’s bei starkem Befall, dann tun sie sich mitunter an Tapeten und Büchern gütlich. Silberfische lieben es warm und feucht, darum fühlen sie sich in Bad und Küche wohl. Lüften: Tägliches Stoßlüften senkt die Luftfeuchtigkeit. Dann wird’s ungemütlich für die Silberfische. Abfluss spülen: Silberfische ernähren sich von Haaren und Hautschuppen, in Abflüssen werden sie fündig. Wenn Mieter diese regelmäßig reinigen und mit heißem Wasser spülen, finden die Krabbler nix mehr. Hausmittel-Falle: Eine aufgeschnittene rohe Kartoffel zieht Silberfische magisch an, wegen der Stärke gilt sie als großer Leckerbissen. Morgens können Sie die Kartoffel mitsamt den Tieren darin im Biomüll entsorgen oder nach draußen schaffen. Warnsignal: Silberfische ernähren sich unter anderem von Schimmelpilzen. Ein massiver Befall kann auf ein Feuchtigkeitsproblem in der Wohnung hindeuten. FOTOS: ADOBESTOCK.COM · KI GENERIERT Keiner will sie, aber jeder hatte schon mal welche: Ameisen, Fruchtfliegen, Silberfische. Besonders im Sommer machen sich die Krabbeltierchen in Wohnungen breit. Da kreisen die Gedanken panisch um die eine Frage: Wie werde ich die schnell wieder los? Doktor Sören Möller, Biologe am Zoologischen Institut der Rostocker Universität, plädiert für etwas mehr Gelassenheit. »Viele Tierchen, die uns im Sommer vielleicht auch im Haus begegnen, sind keine ›Schädlinge‹, sondern Teil unserer normalen Umwelt.« Sie quartieren sich bei uns ein, weil sie Schutz oder Nahrung suchen. »Meistens sind sie völlig harmlos.« Er weiß, wie man sich unliebsame Insekten vom Hals hält, ohne gleich die Chemiekeule zu schwingen. Wohnen + Leben 4
RkJQdWJsaXNoZXIy NTI3Ng==