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Michael Lieb zu Hause bei Brigitte Bluhm. Als Pflegefachkraft bei der PIR kümmert er sich um Körperpflege, Kompressionsverbände und Injektionen. Er hält Kontakt zu Ärzten und beschafft Medikamentennachschub für die Pflegekunden. An seinen Bürotagen erledigt er Dokumentationen, erstellt Pflegepläne für seine Kunden, als Richtschnur für das ganze Team.

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Pflegefachkraft Michael Lieb: »Sonst wäre ich hier verkehrt«

Die »PIR Pflege in Rostock GmbH« ist ein Tochterunternehmen der WIRO. Das 20-köpfige Pflegeteam betreut 260 Menschen mit Pflegegrad.

Bei seinen ersten Besuchen hat Michael Lieb nicht direkt Begeisterungsstürme ausgelöst. Der 44-Jährige arbeitet als Pflegefachkraft bei der PIR. Er hilft beim Waschen und Anziehen – da hatten einige Kundinnen anfangs Bedenken. Das ist lange her und vorbei. Der Rostocker hat das Eis schnell gebrochen.

Heute Morgen steht der zweifache Familienvater vor der Tür von Brigitte Bluhm. Die Toitenwinklerin ist
85 Jahre alt, aber sie geht locker für zehn Jahre weniger durch. Ihren Alltag bewältigt sie fast allein, bis vor kurzem hat sie sogar noch ihren Garten beackert. Trotzdem kommt einmal am Tag jemand von der PIR vorbei. »Ich brauche Hilfe beim Anziehen der Kompressionsstrümpfe, dazu fehlt mir in den Fingern die Kraft.« Der morgendliche Termin ist für die Seniorin, egal ob Michael Lieb kommt oder eine Kollegin, immer ein kleiner Tageshöhepunkt. »Ich habe zu allen einen guten Draht.« Michael Lieb wollte schon als Kind, dass es allen um ihn herum gut geht. »Pflege findet in einem intimen Bereich statt. Nur mit Respekt für den anderen und Empathie gelingt es, dass sich mein Gegenüber dabei wohlfühlt. Sonst wäre ich in diesem Beruf verkehrt.« Er versucht, mit jedem Besuch etwas Freude zu bringen. »Für manche bin ich der einzige Mensch, den sie am Tag sehen.« Er weiß, wer früher als Professor an der Uni gelehrt hat, wer nie ein Hansa-Spiel verpasst hat oder was die Enkel machen. Er findet immer ein Thema für einen Schnack. »Ich interessiere mich für Menschen.« Natürlich ist seine Zeit begrenzt, schließlich muss ein Pflegedienst wirtschaftlich arbeiten. »Aber ich brauche keine 90 Minuten, um den Menschen ein Lachen zu entlocken.«

Titelfoto: Michael Lieb zu Hause bei Brigitte Bluhm. Als Pflegefachkraft bei der PIR kümmert er sich um Körperpflege, Kompressionsverbände und Injektionen. Er hält Kontakt zu Ärzten und beschafft Medikamentennachschub für die Pflegekunden. An seinen Bürotagen erledigt er Dokumentationen, erstellt Pflegepläne für seine Kunden, als Richtschnur für das ganze Team. Foto: Mathias Rövensthal

Die »PIR Pflege in Rostock GmbH«

ist ein Tochterunternehmen der WIRO. Das 20-köpfige Pflegeteam betreut 260 Rostockerinnen und Rostocker mit einem Pflegegrad. Neben Pflegefach- und Pflegehilfskräften gehören auch Alltagsbegleiter zur PIR. Sie unterstützen Rostocker im Haushalt, gehen einkaufen, begleiten zu Arztbesuchen. Sie lesen aber auch vor oder spielen Schach. Die Alltagsunterstützung kann über den monatlichen Entlastungsbetrag der Pflegekasse finanziert werden, er steht allen Menschen ab Pflegegrad 1 zu. Vor vier Jahren hat die PIR die Tagespflege in der Ernst-Thälmann-Straße eröffnet. Von Montag bis Freitag betreut das Team die Tagesgäste. Es wird zusammen gekocht und gegessen, gespielt, gebastelt und gelacht.

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Grafik - empfangene E-Mail, Hand hält ein Mobiltelefon mit einem Icon, dass eingegangene E-Mails anzeigt

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