Lahn. Dass es diesmal wieder funktioniert hat, hoffen auch andere Zoos. Sie warten sehnlich auf weiblichen Nachwuchs aus Rostock. 1899 wurde der Rostocker Zoo als Wildgarten eröffnet. Seitdem kamen immer neue Arten dazu, das Gelände wurde erweitert, Unterkünfte gebaut. Etwa 500 Tierarten leben mittlerweile im Zoo. In den vergangenen Jahren wurden beengte Gehege durch großzügige, naturgetreue Anlagen wie das Polarium ersetzt. Früher ging es nur ums Angucken, heute geht es auch um Bildung: Wer Tiere so hautnah erlebt, versteht besser, warum Arten- und Naturschutz wichtig sind, erklärt die Verhaltensbiologin Daniela Lahn. Zoos haben noch eine andere wichtige Aufgabe: Sie züchten, um bedrohte Tierarten vor dem Aussterben zu bewahren. Rostock ist an 70 Erhaltungszuchtprogrammen beteiligt. Unter der Regie eines festgelegten Zoos wird die Zucht aller Exemplare einer Art in Menschenobhut koordiniert. Die Zoos arbeiten dafür europaweit zusammen. Das Ziel: eine genetisch gesunde und resiliente Reservepopulation. Die ZwergtagDen ersten Nachwuchs des Jahres muss man suchen. Die Echsenbabys sind nur wenige Millimeter lang, zwischen den Blättern und Ästen schwer zu erspähen. Aber Geduld lohnt sich, denn sie tragen ihren bezaubernden Namen nicht umsonst: Himmelblaue Zwergtaggeckos leuchten türkis, grasgrün oder königsblau. Obwohl sie schon Anfang Januar geschlüpft sind, machen sie noch ein großes Geheimnis um ihr Geschlecht. Das kann das Aquarium-Team erst bestimmen, wenn die Geckos erwachsen sind. Fakt ist: Männchen gibt es in deutschen Tierparks genügend, Weibchen sind Goldstaub. Aber ohne Damen lässt sich nicht züchten. Der Rostocker Zoo hatte Glück und hat weibliche Tiere ergattert. Das Team weiß inzwischen sogar, wie man Mädchen »macht«. Die Pfleger sammeln die Eier ein, kleiner als ein Tic Tac, und deponieren sie in einem Brutkasten. »Dort ist es kühler als in den Terrarien und das sorgt eher für Mädels«, erklärt Kuratorin Daniela Im Zoo geht es gerade zu wie auf einer Geburtenstation, im Frühling ist Nachwuchszeit. Nicht alle Tierbabys zeigen sich den Besuchern. Wir haben mit der Kuratorin für Säugetiere, Daniela Lahn, hinter die Kulissen geschaut. Die Pinguine haben ihren Nachwuchs in den Bruthöhlen im Kunstfelsen versteckt. Die Küken kommen erst mit circa acht Wochen heraus, dann sind sie schon fast ausgewachsen. Himmelblauer Zwergtaggecko Na, Baby! Wohnen + Leben 4
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