WIRO_April_2026

Am Rand von Lichtenhagen gibt’s einen Kinderbauernhof, den hätte Astrid Lindgren sich nicht schöner ausdenken können. Hier leben das Pony Raswin, RosettenMeerschweinchen Mister Hannelore, die anhängliche Katze Elli. Es gibt Schafe und Ziegen, üppiges Strauchwerk zum Höhlenbauen, Reitplatz und Feuerstelle, einen großen Garten mit Himbeeren und Gemüse. Der Kinderbauernhof gehört zum Familienkompetenzzentrum des ASB, einem modernen Ensemble mit Wohngruppen für Kinder, Jugendliche, alleinerziehende Eltern und vielen weiteren Angeboten zur Lebenshilfe. Kurz: Der ASB kümmert sich hier um Menschen, die es im Leben besonders schwer haben. Gerade in der Arbeit mit den Kindern spielen Tiere eine wichtige Rolle, erzählt Bauernhof-Leiterin AnneKathleen Schäfer. Tiere verlangen einen achtsamen Umgang, sie freuen sich über Zuneigung – und geben sie zurück. Die Mädchen und Jungen kümmern sich ums Ausmisten, ums Füttern und Streicheleinheiten. Der Erlebnishof steht nicht nur den ASB-Schützlingen offen. Kitas und Schulen können sich zum Besuch anmelden, und an zwei Nachmittagen in der Woche dürfen alle kommen, die wollen. seines Werkarchivs in die Hansestadt gebracht. Sie waren der Grundstock für das Kempowski-Archiv auf dem Klosterhof. Zur Sammlung auf drei Etagen gehören Manuskripte, Tagebücher, Objekte, die in seinen Büchern eine Rolle spielen, Fotos und Erinnerungen der Familie Kempowski. Auch die Zellentür aus dem Rostocker Untersuchungsgefängnis, in dem seine Mutter inhaftiert war, steht in der Ausstellung in dem alten Professorenhaus. Die 130 Mitglieder des Vereins »Kempowski Archiv Rostock – ein bürgerliches Haus« halten das Werk des Rostockers in Ehren. »Er war immerhin einer der wichtigsten deutschen Gegenwartsautoren«, erklärt Archiv-Leiterin Katrin Möller-Funck. An sechs Nachmittagen pro Woche, außer montags, ist die Ausstellung geöffnet. Es kommen Kempowski-Freunde aus der ganzen Welt. Einmal im Jahr organisiert der Verein die Kempowski-Tage, diesmal im Juli. Die Begeisterung lässt jedenfalls nicht nach. »Zu uns kommen viele Schüler und Studenten, das freut uns besonders.« Das Verhältnis zu seiner Heimat war nicht ungetrübt. Nach seiner Verhaftung 1948 und Ausreise in den Westen wollte Walter Kempowski erstmal lange nichts von Rostock wissen. Erst nach der Wende hat sich der Schriftsteller mit seiner Geburtsstadt versöhnt, Teile In Ehren Wie Bullerbü www.asb-kjh.de Kempowski-Archiv | Klosterhof 3 | Di bis So 14 bis 17 Uhr Das Archiv mit Kempowskis Manuskripten ist auch für Wissenschaftler eine Fundgrube. www.kempowski-archiv-rostock.de 9 Wohnen + Leben

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