WIRO_August_2026

Im Rhythmus der Natur FOTOS: MATHIAS RÖVENSTAHL W ir lassen uns gern von perfekt gewachsenen Möhren blenden, greifen im Supermarkt zum schönsten Salatkopf. »Darum geht es in der konventionellen Landwirtschaft vor allem um Optik«, erklärt Benjamin Wende. Es wird gedüngt und gewässert, damit das Gemüse möglichst ruck, zuck zu stattlicher Größe gedeiht. Denn Zeit ist Geld. Was auf der Strecke bleibt: Mineralien, Nährstoffe und Geschmack. Darum baut der studierte Agrarwissenschaftler seit vielen Jahren sein eigenes Gemüse an. »Ich lege großen Wert auf gesundes Essen.« Zwei Meter neben ihm blüht zarter Koriander neben kräftigem Palmkohl. Das Bohnenkraut duftet würzig und die Mangoldstiele leuchten orange. 2013 hat Benjamin Wende auf der Fahrradstraße zwischen Lichtenhagen und Warnemünde ein verwildertes Grundstück entdeckt. »Ich war auf der Suche nach einem Platz für meine Bienen.« Nach und nach hat er die 600 Quadratmeter urbar gemacht – und der Boden stellte sich als sehr fruchtbar heraus. »Wenn Kartoffeln oder Salatköpfe übrig waren, habe ich sie am Straßenrand verkauft.« Immer mehr Rostocker haben sich bei ihm versorgt, also hat er umliegende Flächen dazugekauft, neue Beete angelegt, zwei große Gewächshäuser gebaut. Weil regenerative Landwirtschaft auch heißt, Die Strandgärtner Groß Kleiner Weg 20a Hofverkauf: Di & Fr 10 – 17 Uhr, Sa 14 – 17 Uhr Warnemünder Wochenmarkt: jeden Samstag 8 – 13 Uhr Telefon: 0151.50640538 hauptsächlich mit den Händen zu arbeiten, bekommt er Unterstützung: von Elisa Rakow, gelernte Bio-Gemüsegärtnerin. Die beiden Strandgärtner haben einen kleinen Hofverkauf etabliert. Und jeden Samstag verkaufen sie ihre Ernte auf dem Warnemünder Wochenmarkt am Kirchenplatz. Die Gärtnerei liegt etwa einen Kilometer Luftlinie vor der Ostsee. Weil hier immer ein Lüftchen weht, siedeln sich erstens weniger Zwiebelfliegen an, die Schaden anrichten. Zweitens sorgt die Brise dafür, dass die Pflanzen besonders stark und widerstandsfähig werden, erklärt Benjamin Wende. Bei ihm wachsen viele Sorten auf kleiner Fläche, das sorgt für gesunden Boden und verhindert Schädlingsbefall. So sind Hafer und Belugalinsen ein perfektes Paar: Die Linsen düngen den Hafer, dessen Halme wiederum dienen den dünnen Die Strandgärtner Elisa Rakow und Benjamin Wende beackern 3,5 Hektar zwischen Lichtenhagen und Warnemünde. Hier wachsen Portulak und Palmkohl, Ackerbohnen und geringelte Bete. Warum ihr Gemüse anders schmeckt und besonders gesund ist – ein Besuch. 4 Wohnen + Leben

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