WIRO_August_2026

Die kalte, gesunde Soße aus frischen Kräutern schmeckt nicht nur in Frankfurt. Im Original-Rezept müssen diese sieben dabei sein: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch, zusammen rund 250 Gramm. Daneben braucht man: 200 g Schmand und 200 g Naturjoghurt, 2 hartgekochte Eier, 1 EL Senf, 1 Spritzer Zitronensaft oder Apfelessig, 1 Prise Zucker, Salz und Pfeffer. Frankfurter Grüne Soße Zubereitung: Kräuter waschen, trocknen lassen und holzige Stiele entfernen. Mit einem scharfen Messer sehr fein hacken. Schmand mit Senf und Zitronensaft glattrühren. Die hartgekochten Eier pellen, kleinhacken oder zerdrücken und zur Soße geben. Kräuter unter die Masse heben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. 1 Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen. Zur grünen Soße passen neben Pellkartoffeln halbierte, hartgekochte Eier oder Schnitzel. Linsenstängeln als Stütze. Bei den Strandgärtnern wachsen Gemüse und Kräuter langsam mit dem Rhythmus der Natur, ohne Chemie und große Maschinen. »Das schmeckt man.« Die Fenchelblüten sind so süß wie Bonbons, der Meerrettich treibt einem die Tränen in die Augen. Ihre Ernte vertreiben die Strandgärtner ausschließlich lokal, denn lange Transportwege schmälern den Vitamingehalt. »Wenn Sie bei uns Mangold kaufen, schneiden wir den frisch vom Beet.« Was am Ende nicht verkauft wird, landet beispielsweise im selbstgemachten Pesto. Kräuter sind eine Spezialität der Strandgärtner. Was in Warnemünde alles wächst, bekommt man sonst nur im gut sortierten Supermarkt: Kerbel, Currykraut, Sauerampfer, Koriander, Basilikum und Oregano, Schafgarbe, Thymian und Bohnenkraut. »Kräuter sind nicht nur zum Würzen gut«, erklärt Benjamin Wende. Er nutzt sie beispielsweise zur Entgiftung. »Das Wissen um die heilenden Wirkungen ist leider zum großen Teil verloren gegangen.« Biogärtnerin Elisa Rakow gärtnert nicht nur mit Leib und Seele. Sie kocht, bäckt und experimentiert mindestens genauso gern. Ihre aktuell liebsten Kreationen: Erdbeer-Zucchini-Marmelade und ApfelFenchel-Salat. »Ich habe für jedes Gemüse mindestens drei Rezepte im Kopf«, erzählt die 34-Jährige. »Ich berate unsere Kunden, weil ich möchte, dass sie mit unseren Sachen etwas anfangen können.« Gemüse und Kräuter verkaufen die Strandgärtner nicht nur frisch. Sie stellen daraus Tees und gesunde Säfte her, neuerdings auch Öl aus Leinsamen und Schwarzkümmel. Strandgärtner Benjamin Wende im Gewächshaus neben Tomaten und Chilischoten. Palmkohl (links) ist besonders nährstoffreich. Man braucht keinen grünen Daumen, um Kräuter auf dem Balkon zu ernten. Benjamin Wendes Tipp zum Haltbarmachen: Einfrieren. Kräuter kleinhacken, in einen Eiswürfelbehälter füllen, mit Wasser aufgießen und einfrieren. Kräutertipp FOTOS: MATHIAS RÖVENSTHAL · ADOBESTOCK.COM 5 Wohnen + Leben

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