Eine für alle Die Spieler trudeln in diesen Tagen ein. Das bedeutet für Carolin Imhof: Feierabend ist gerade ein Fremdwort. »Ich bin immer erreichbar – und das gern. Für meinen Job braucht man schon Herzblut und Leidenschaft.« Die gebürtige Thüringerin hat die Wohnungen der Spieler hergerichtet, Getränke für den Anfang besorgt und die Betten bezogen, die Autos vollgetankt. Jeden Neuzugang holt sie persönlich vom Flughafen ab, kümmert sich um Papierkram, geht mit zur Anmeldung beim Ortsamt. Sie hilft beim Handyvertrag und beim Zahnarzttermin. Die Teammanagerin ist bei jedem Training, bei jedem Spiel dabei. Sie bucht die Hotels für die Auswärtsspiele, die Flüge zu den EuroCup-Gegnern. Zu mehr als 24 Spielen werden die Seawolves in dieser Saison reisen, bis Frankreich und Belgrad. Carolin Imhof klärt ab, dass die Matratzen ausreichend lang sind für die Größten aus dem Team und dass sie im Flieger oder Bus einen Platz mit Beinfreiheit bekommen. Der Speiseplan muss mit den Hotelküchen abgestimmt, gesunde Snacks und Bananen beschafft werden. Sie legt Handtücher und Getränke fürs Training bereit, wäscht danach die Sportklamotten. Carolin Imhof sorgt im Hintergrund dafür, dass alles läuft. Neben vielem anderen legt sie vor Spielen die Trikots bereit. Carolin Imhof beschreibt ihren Job so: »Ich sorge dafür, dass hinterm Vorhang alles läuft, damit sich die Jungs auf das Spiel konzentrieren können.« Auch wenn sie nicht selbst auf dem Feld steht – sie will, dass ihr Team gewinnt. »Mein sportlicher Ehrgeiz ist groß.« Die Jenaerin war selbst Leichtathletin, hat im Sprint Medaillen gewonnen und ihr Abi in einer Sportlerklasse gemacht. Mit einem Sportstipendium hat sie an der University of Tulsa in Oklahoma studiert. »Die Zeit hat mich geprägt und stark gemacht.« In den USA verlor sie auch ihr Herz an den Basketball: bei einem Praktikum bei Tulsa Shock, einem Team der FrauenProfiliga WNBA. Neben ihrem Masterstudium in Arizona hat sie später bei Phoenix Mercury in der Teambetreuung gejobbt. »Da wusste ich: Das will ich machen.« Nach sieben Jahren USA kehrte sie 2017 nach Deutschland zurück. Als die Stelle des Teammanagers bei ratiopharm ulm ausgeschrieben war, hat sie den Verein überzeugt, dass sie die Richtige für das Männerteam ist. Seit fünf Jahren ist sie nun die gute Seele der Seawolves. »Als ehemalige Einzelsportlerin schätze ich umso mehr, was ein Team bedeutet.« Alle für einen, eine für alle. »Das will ich machen.« FOTO: MATHIAS RÖVENSTHAL Saisonstart bei den Seawolves. Für die neuen Spieler, vor allem die aus den USA, ist vieles fremd: Sprache, deutsche Sitten, die komplizierte Bürokratie. Damit sie sich mit Unbequemlichkeiten nicht herumschlagen müssen, sondern voll und ganz aufs Basketballspielen konzentrieren können, gibt es Carolin Imhof. Die 36-jährige Teammanagerin sorgt dafür, dass sich die Jungs in Rostock wie zu Hause fühlen. 7 Wohnen + Leben
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